Vorurteile

geschrieben von Meg in MegLosophie 20 Kommentare »

“Das Ziel ist nicht, den Patienten zu ändern oder umzupolen. Das Ziel ist, ihn darauf vorzubereiten, seine Neigung zu akzeptieren”
Sagt eine Psychologin von “Odwaga” (poln. Mut), einem Zentrum zur “Therapie von Homosexuellen”.

“Heute fühle ich mich frei, weil ich nicht mehr das Bedürfnis habe, meine Homosexualität auf aktive Weise zu leben. Ich fühle mich nicht mehr lesbisch und fange sogar an, die Welt der Männer zu entdecken”.
Sagt eine Frau, die eine “Therapie” macht.

“Wenn ein Homosexueller zu einem dieser Psychologen geht, bekommt er zu hören: Das geht vorbei. Aber es geht nicht vorbei”.
Sagt eine andere Psychologin von der “Kampagne gegen Homophobie”.

Über 90% der Polen sind (angeblich) katholisch, ich bin der festen Überzeugung, dass sich das ändern würde, würde man dort die Kirchensteuer einführe. Sie sind solange katholisch, wie sie den Augen der Gemeinschaft ausgesetzt sind, die sich auch feigherzig-paralysiert verhält. Soll doch jeder glauben, was er meint, doch diese Scheinheiligkeit ist mir einfach zuwider.

Über 53% der Polen betrachten die Homosexualität als Sünde und Krankheit, die man behandeln und heilen kann. Früher bediente man sich der Exorzisten, denn alles “Widernatürliche” kommt aus der Hölle und muss ausgetrieben werden.

Ich spreche nicht von der Einstellung der Polen im Mittelalter, sondern heute, im Jahre 2008, in dem die katholische Kirche ein Zentrum zur “Therapie von Homosexuellen” ins Leben ruft und Menschen von ihrer Neigung HEILEN möchte.

Ganz ehrlich … es geht mir nicht in meinen ex-katholischen Schädel, dass es immer noch Menschen gibt, die so dumm sind, dass sie das glauben, dass sie dem Irrglauben erliegen, ihre Gefühle wären eine Krankheit, die man heilen könnte.
Was mich jedoch am meisten traurig macht, dass ich Menschen kenne, die so denken und von denen ich weiß, dass sie ihre Meinung niemals ändern werden. Mein Leben wäre die Hölle, wäre ich homosexuell und würde heute in Polen leben. Als ich in den Staaten lebte, lernte ich dort eine Frau kennen, eine Lesbe, die aus Polen abgehauen ist. Sie sprach nicht sehr viel Englisch, schaffte es dennoch dort aufs College und war bereit alles zu tun, um nicht wieder nach Polen zurück zu müssen. In den Staaten lebte sie bei einer sehr netten Familie und betreute dort 2 bezaubernde Mädchen im Alter von 3 und 5 Jahren. Als die Eltern “herausfanden”, dass sie lesbisch ist, setzten sie sie vor die Tür. Sie hatten Angst um ihre Kinder. Das Mädel kam für einige Tage zu meiner Familie und mir, bevor sie eine neue fand, die Toleranz nicht nur predigte, sondern auch lebte.

Welche Vorurteile machen euch das Leben schwer?

Carpe diem

geschrieben von Meg in MegLosophie 40 Kommentare »

Gerne würde ich euch Geschichten erzählen, die euch zum nachdenken bringen, die Diskussionen hervorrufen und die Gemüter auf- oder erregen. Gerne würde ich heitere Begebenheiten aus dem Alltag schildern oder die Artikel verbraten, die sich auf meinem Schreibtisch stapeln, in der hinteren Kammer meines Hirns darauf warten, zu Papier gebracht zu werden. Gerne würde ich …

Andererseits folge ich seit einigen Tagen ausschließlich der Stimme meines Seelenvogels und diese sagt: Schlafe, spreche mit Freunden, lese, esse, schaue Filme, etc.

Ich habe in den letzten Tagen 4 Bücher gelesen, 3 Filme gesehen, die ich schon seit Ewigkeiten mal sehen wollte, Bilder sortiert, Sport gemacht, lecker gekocht und in aller Ruhe auf dem Balkon gegessen, mich von der Sonne verwöhnen und streicheln lassen und entspannt. Das ist für ein Blog weder spektakulär, noch führt es zu Diskussionen oder erregt Gemüter, doch bitte verzeiht, wenn es mich dennoch nicht stört. Nehmt dies als das Lebenszeichen eines Menschen, dem es gerade wichtiger ist, sich selbst zu erfreuen, als andere zu … unterhalten. Es geht mir gut und ich hoffe sehr, dass es euch ebenfalls gut geht.

Bis bald -

eure Meg :)

Diagnose

geschrieben von Meg in MegLosophie 21 Kommentare »

TokTok.
Geh weg, lass mich in Ruhe.
TokTok.
Nein, ich mag nicht, geh weg!
TokTok.
Was soll das? Ich will nicht aufstehen, lass mich in RUHE!
TokTok!
Du neeeeeheeeervst. Ich steh nicht auf, ich habe Schmerzen!
TokTok?
Ja, Schmerzen! Überall. Sogar in der kleinsten Zehe tut es weh. Jede Minute, in der ich mich nicht ablenke tut es weh und diese Tatsache tut auch nochmal weh, denn ich mag es nicht.
TokTokTok.
Glaubst Du mir jetzt nicht, oder was? Ah, was rede ich überhaupt mit Dir. Du verstehst mich nicht. Wie denn auch, ich verstehe mich selbst nicht: wenn man sich ein Knie aufgeschlagen hat, tut es weh. Es tut auch weh, wenn man mit dem Kopf an die Dunstabzugshaube knallt oder mit dem Fahrrad die Treppe runtersegelt. Gestern hat es weh getan, als ich mit dem Fuß umknickte und mir danach am Wasserkocher die Finger vebrannte. Aber … aber das sind äußerliche Schmerzen, die kann man fast “sehen” und verarzten. Man kann ein buntes Snoopy-Pflaster drauf kleben oder Beta-Isodona draufschmieren. Man kann pusten oder den Schmerz ignorieren - wenn man das kann.

Doch was macht man, wenn Sehnsucht den Anschein eines körperlichen Schmerzens hat? Ist das Einbildung?
Du, lass mich, ich mag heute nicht aufstehen.

TokTok …

Edit: Ich habe keine suizidalen Tendenzen und bin auch keine Lusche. Ich nehme keine Anti-Depressiva. Diese Stimmungen entspringen lediglich meiner übermäßig vorhandenen Sensibilität. Macht euch also keine Sorgen.

Dennoch: Sehnsucht ist - wie auch Hunger- ein fies penetrantes Gefühl, welches nur dann verschwindet, wenn man es befriedigt. Noch 3x schlafen :)

Wenn …

geschrieben von Meg in MegLosophie 14 Kommentare »

… ich doch nur zaubern könnte.
Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich zaubern konnte.
Nein, nicht einen Frosch in einen Prinzen verwandeln oder aus einem Euro eine Million machen. Ich war auch nicht in der Lage, Hasen aus einem Zylinder zu zaubern oder Mäuse in Tauben zu verwandeln. Ich konnte Menschen glücklich machen.
Ja, einen Zauberstab hatte ich auch, aber der war für andere Menschen unsichtbar. Ich habe mit einem Lächeln Menschen glücklich machen können.
Da war eine Freundin, der es seit Monaten richtig schlecht geht. In den letzten Wochen fühlte ich mich immer hilfloser, denn ich war nicht in der Lage ihre Probleme zu lösen. Egal wieviele Gedanken ich mir machte und wie sehr ich Google quälte, ich hatte kein Patentrezept. Das macht mich traurig und wütend, denn ich weiss, wie schön es ist, wenn sie unbeschwert lacht. Sie hat ein unheimlich ansteckendes Lachen, müsst ihr wissen.
Und nun hatte ich diesen Zauberstab.
Ich hatte keine Ahnung, wie man so ein Ding benutzt. Auch das mentale Auffrischen der Harry-Potter-Kenntnisse brachte keinen Erfolg. Ich wedelte mit dem Ding rum, sprach einen Kinder-Zauberspruch nach dem anderen und nichts passierte.
Ich dachte an sie. Dachte ganz fest an sie, erinnerte mich an die Tage in der Sonne, an denen sie lachte und fröhlich war. Und dann schrieb sie mir eine SMS: ‘Es geht mir gut. Es geht mir richtig gut!’.
Ich war verdutzt. Habe ich doch etwas richtig gemacht?
Versetzt der Glaube doch einige Berge?

Dann wachte ich auf. Auf meinem Handy war keine neue Kurzmitteilung eingegangen. Wenn ich doch nur zaubern könnte …

Vielleicht mit einem Lächeln?

Ich wünsche euch einen schönen Tag, mit einem Lächeln. :)

Kotzkrampf!

geschrieben von Meg in MegLosophie 46 Kommentare »

Seit Tagen würde ich am liebsten mit den Fäusten gegen eine Wand donnern. Schreien. Ich bin sprachlos, wütend und entsetzt:

Was ist das für eine Welt, in der Menschen LITERWEISE Milch in die Gülle schütten, damit sie Druck ausüben können?

Was müssen sich Menschen denken, für die ein Becher Wasser die Lebenserhaltung bedeutet?
Ist das wirklich der einzige Weg, den man gehen kann? Milch tagelang, wochenlang in rauen Mengen WEGSCHÜTTEN, um einige Cent mehr zu bekommen? Kann sie nicht exportiert werden oder Käse daraus gemacht werden, welcher sich länger hält?

Ich bin gerade nicht in der Lage strukturierte Sätze zu bilden, Recherche zu betreiben und … logisch, wirtschaftlich zu denken. Das tut die Politik gerade auch nicht.

Milch. Weggeschüttet.
Manchmal kostet es mich etwas Überwindung, diese Welt zu ertragen.

Absurdistan

geschrieben von Meg in MegLosophie 17 Kommentare »

Renate bog von der mehrspurigen Fahrbahn nach rechts und winkte nochmal über die Schulter. Sie hatte noch 5 km nach Hause und der Himmel zog sich bereits zu. Ich versuchte mein Fahrrad zwischen einen Kinderwagen und einen älteren Mann mit Hund zu manövrieren und wunderte mich, dass ich diesmal kaum etwas von der Bodenhaftung des schweren Mountainbikes spürte, im 4. Gang flog das Rad fast über die Straße und ich spürte, dass mein Rücken unter dem Shirt und der Regenjacke feucht wurde. Eine innere Euphorie ergriff von mir Besitz, als ich daran dachte, dass ich es geschafft hatte. Merkwürdigerweise schnürte ein hässlicher Kloß meinen Hals zu und machte mir das Atmen schwerer, als es nach den 15 km ohnehin schon war. Meine Beine waren jedoch von einer eigenartigen Leichtigkeit, als wären sie nicht an meinem Körper angewachsen. Auf der Zielgeraden verlor ich plötzlich die Kontrolle über das Rad, schlingerte gefährlich nahe am Straßengraben und blieb erschrocken stehen. Ein Blick auf den Hinterreifen zeigte, dass ich in einen Nagel gefahren sein musste, der sich vollends durch den dicken Reifen bohrte. Ich nutzte die Gelegenheit einige von den Erdbeeren zu essen, die ich eingekauft hatte und schob das Fahrrad nach Hause, als meine Schwester mich überholte.

In dem Moment bleib die Welt fast stehen und ich stellte bewusst fest, dass das Leben in dem Augenblick in Zeitlupe ablief. Ich habe das gehässige Lächeln – oder war es ein hämisches Grinsen? – meiner Schwester genaustens sehen können, als sie quälend langsam an mir vorbeifuhr, die Farben der Welt um uns herum waren verschwommen, bis auf die gestochen scharfen Umrisse unser beider Personen. Es war bedrückend still, man konnte es als ‚Todesstille’ bezeichnen, auch wenn ich dem Ausdruck bisher keine Definition zuordnen konnte, jetzt schien es mir sehr passend, das so und so zu fühlen zu umschreiben. Diese Begegnung dauerte keine 15 Sekunden, da war sie auch schon an mir vorbei und trat noch heftiger in die Pedalen, ihre langen blonden Haare flatterten dabei im Wind – dabei war es doch windstill. Fahrtwind.
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Kismet?

geschrieben von Meg in MegLosophie 26 Kommentare »

Er ist 97 Jahre alt, als er stirbt. Sie ist 87 Jahre alt, als sie stirbt.
Beide am gleichen Tag.  An unterschiedlichen Orten. Sie an Folgen eines Sturzes, er, weil er wohl nicht mehr alleine weiter leben wollte. Eine schreckliche Vorstellung, denn immerhin war er 66 Jahre mit ihr verheiratet.

Glücklich.
In Deutschland wird beinahe jede 2. Ehe geschieden. Was ist los? Warum ist das so?

Du bist HAMMER!

geschrieben von Meg in MegLosophie 26 Kommentare »

Du verwandelst die Küche jedes Mal in ein unglaubliches Schlachtfeld - dafür kochst Du wunderbare Sachen.

Du denkst im im Traum nicht daran, die Kissen vom Balkon zu holen, obwohl Du weißt, dass es regnen wird - dafür hängst Du meine Socken paarweise auf.

Du lässt Dich durch nichts aus der Ruhe bringen, wenn ich bereits wie ein Flummi an die Decke gehe, was mich noch mehr aufregt - dafür reicht Dein Arm auf meiner Schulter und der Blick Deiner braunengrünbraunen Augen aus, damit ich tief durchatme und den Herzinfarkt vermeide.

Du lässt überall das Licht an, wenn Du einen Raum verlässt - dafür stolperst Du im Winter im Dunkeln aus dem Schlafzimmer, damit ich nicht aufwache.

Dein Schreibtisch sieht aus, wie ein Handgranatenwurfstand - dafür räumst Du die komplette Butze auf, um mir Arbeit abzunehmen, wenn ich gestresst bin.

Du vergisst immer eine neue Milch in den Kühlschrank zu stellen - dafür malst Du mir Karamellsirup-Herzen auf meinen Latte Macchiatto.

Du grinst und verdrehst die Augen, wenn ich mir mal wieder endlich mal wieder ein Paar hübscher Schuhe gekauft habe - dafür machst Du mir in Deinem Schuhschrank Platz.

In Deinem Heizöl-Ferrari fährst Du geschätzte 10 kg “Müll” spazieren - dafür bringst Du (fast) immer (motzend) den Müll runter.

Du würdest es nicht bemerken, wenn ich plötzlich ohne Augenbrauen oder mit einer Zahnspange vor Dir stünde - dafür nimmst Du jede Stimmungsschwankung meinerseits mit der Präzision eines Fledermaus-Ultraschalls wahr.

Du interessierst Dich nicht für Hesse, Poesie, Psychologie und Internetkrams - dafür kannst Du zuhören, wie kein anderer Mensch auf dieser Welt.

Du bist der Wahnsinn. Du bist mein täglicher Wahnsinn.

Und Du bist verantwortlich für DAS weiße Haar, welches derart penetrant immer wieder an meinem Haaransatz auftaucht, dass ich mir die Haare raufen muss. Ohne Erfolg.

Euch allen ein schönes Wochenende :)

On heaven’s door

geschrieben von Meg in MegLosophie 12 Kommentare »

Einfach so bist Du in meinem Traum erschienen, um mich an Dich zu erinnern. Du hast mich angelacht und meine Hand genommen. Meine Hand, die zu Eis gefroren, nichts menschliches mehr gewöhnt war.
Ich hatte Angst, dass sie zerbricht.

Ganz sanft hast Du meine Finger berührt und ihnen ein Stück Deiner Wärme gegeben. Ich konnte wieder fühlen, wie mir das Blut ganz langsam mein Leben zurückgab. Deine Augen funkelten in der Sonne, der Duft Deiner Haut war so fremd und doch so vertraut. Sacht hast Du mich an Dich gezogen und zaghaft meinen Mund geküsst. Es war nicht nur ein Kuss, es war ein Verstehen. Ich wollte etwas sagen, doch Du legtest Deinen Finger auf meinen Mund und schautest mich an.

Es war so schön, nicht reden zu müssen und doch so viel zu sagen.

In meinen Augen konntest Du meine Sehnsüchte lesen. Meine Träume wurden unsere Träume, mein Leben ein Stück von Deinem. weiter »

Help!

geschrieben von Meg in Daily thoughts, MegLosophie 23 Kommentare »

Es ist nämlich so:
In wenigen Tagen werde ich für ca. 4 Wochen Strohwitwe sein. Zum ersten Mal, seit ich ElMar kenne, werden wir soooo lange getrennt sein.

Ich will das mal sacken lassen. Für euch und für mich.

4 Wochen nur und dann macht die so einen Aufstand?!“, werden jetzt all die denken, die entweder Single sind und etwas miesepetrig auf die innere Uhr spicken oder verheiratet sind und froh wären, wenn er Alte für 4 Wochen nicht nur in der Kneipe um die Ecke versacken würde, sondern den Arsch für 4 Wochen aus dem Haus tragen würde, damit man selbst wieder etwas Zeit für die schönen und wichtigen Dinge hat.

4 Wochen nur und dann macht die so einen Aufstand?!“, werden jetzt all die denken, die eher pragmatisch durch die Welt laufen und nun sowas sagen, wie: „Eine echte Liebe überdauert auch eine Trennung“ oder „Jammer nicht rum, dann habt ihr euch nach den 4 Wochen was zu erzählen“.

4 Wochen?! Ah Du meine Güte!“, werden jetzt all die denken, die - wie auch ich - immer noch bis über beide Ohren verliebt sind oder ElMar und/oder mich gut kennen.

Sicher werde ich die 4 Wochen überleben und ich werde auch nicht abends ziellos durch die Wahner Heide umher irren, weil ich nicht in die leere Wohnung möchte oder nichts mit mir anzustellen weiß. Dennoch, ich werde eure Hilfe brauchen, denn es gibt ein paar Dinge, die ich nicht alleine lösen/überstehen/bewältigen kann. weiter »